Aktuelles

Kleine Brötchen backen

Viele Konditoreien und Cafés haben zur Zeit geschlossen. Zum Glück sind die Bäckereien geöffnet. Ich bin froh, dass Lebensmittelgeschäfte nicht schließen – aus Angst, man könnte sich bei ihnen in der Warteschlange anstecken. Ebenso Tankstellen und Apotheken.

Die Kirchengemeinden müssen sich entscheiden, ob sie Konditoreien sein wollen oder Backshops. Auf Sahnetorte kann man verzichten – auf Brot nicht. Sind Gottesdienste Luxus oder geistliche Grundversorgung?

Wenn in dieser Phase der Pandemie die Gottesdienste erlaubt sind, dann vermutlich, weil man eine bestimmte Erwartung an sie hat. Dass sie nämlich etwas beitragen können, diese Zeit gut durchzustehen. Dass sie Menschen in der Seele ernähren können. Und dass man nicht leichtfertig darauf verzichten kann.

Wer Angst hat, der kann nicht wirklich Gottesdienste feiern. Wer sie als Sahnehäubchen versteht, kann auf sie verzichten. Der Gemeindedienst unterstützt Prädikantinnen und Prädikanten, die spirituelles Schwarzbrot backen wollen – gerade auch in schweren Zeiten.

Andreas Wandtke-Grohmann

Gottesdienst-Future …

Auch er hat unter Corona gelitten: Der Gottesdienst. Und es steht in den Sternen, wie es mit ihm weiter geht.

Digital, analog, klein, zielgruppenorientert, offen, kreativ. Auf jeden Fall bleibt er ein Herzensanliegen und viele feilen an ihren Konzepten oder entwerfen ganz neue, auch im Zuge von Regionalisierungen. Gottesdienstberater*innen kommen dazu in die Gemeinden und denken mit, probieren aus, spielen durch und schulen auch, zum Beispiel zum Thema Präsenz oder Sprechen. Dazu gibt es jetzt eine EKD-weite Langzeitfortbildung Gottesdienstberatung. Interessierte Pastor*innen  aus der Nordkirche können an dieser Fortbildung teilnehmen, die das Zentrum für evangelische Gottesdienst- und Predigtkultur anbietet. Sie umfasst sechs mehrtägige Module im Zeitraum von November 2021 bis Februar 2023 in Wittenberg zuzüglich kollegialer Hospitationen und der Durchführung eines eigenen Beratungsprojekts.

Termine der Module:

Mo 8.11. – Fr 12.11.2021     (Modul 1)
Mo 7.2. – Do 10.2.2022         (Modul 2)
Mo 9.5. – Do 12.5.2022         (Modul 3)
Mo 5.9. – Do 8.9.2022            (Modul 4)
Mo 7.11. – Do 10.11.2022   (Modul 5)
Mo 6.2. – Fr 10.2.2023           (Modul 6)

Leitung: Susanne Mathis-Meuret, Jan Mathis, Dr. Peter Meyer, Dr. Dietrich Sagert.

Kosten: Es werden keine Kursgebühren erhoben, sondern lediglich die Kosten für Übernachtung und Verpflegung für die Seminartage in Wittenberg in Rechnung gestellt. Diese werden für die ganze Ausbildung voraussichtlich 2.500 Euro betragen. Das LKA fördert die Langzeitfortbildung mit 50% der Gesamtkosten bei entsprechender dienstlicher Genehmigung

Anmeldung: Bitte nehmen Sie bei Interesse oder Fragen Kontakt auf mit: claudia.aue@gottesdienstinstitut-nordkirche.de

Anmeldeschluss: 10. Februar 2021.

Neue Website: Ausloten, was Sache ist

Wenn das magenta-farbene Periskop auftaucht, die Sonarwellen den Kontext ausloten, dann singt der Deeper: „Hörst du den Klang, der aus der Tiefe kommt?“

Deeper – das sind Resonanzkörper, um zu orten, in welchem Kontext sich das fahrende Schiff gerade befindet. Wenn die Schallwellen auf Fischschwärme, versunkene Schätze oder verrosteten Schrott treffen, dann werden sie zurück an die Oberfläche reflektiert. Deeper zeichnen also Karten der Umgebung auf.

Als mobile Deeper haben wir als Werk „Kirche im Dialog“ gut zwei Jahre lang zahlreiche Signale aufgenommen – Impulse aus Gemeinden, Rückmeldungen aus Beratungsformaten, Resonanzen in Workshops, auf der Straße und am Elbstrand, bei der Hashtag-Analyse in den sozialen Medien. Und endlich können wir euch die Vielfalt an Themen und Projekten, mit denen wir uns beschäftigen dürfen, auf unserer neu gestalteten Website www.kircheimdialog.de zeigen, die seit Ende Dezember online ist.

Als Kirche im Dialog forschen wir, wollen aber zugleich anhand vielfältiger Projektideen von anderen genauso wie von uns selbst auch inspirieren und Menschen zum Mitmachen anregen. Kirche im Dialog – das ist viel mehr als ein Werk aus zwei Personen, das ist ein gemeinsamer Auftrag, ein Prinzip!

Auf der Website geben wir u.a. einen Einblick in die Pop Up Church oder die Wohnzimmerkirche. Außerdem stellen wir unsere aktuellen Schwerpunkt- und Beratungsthemen vor: Welche ergänzenden Kasualformen braucht es, um als Kirche verstanden zu werden? Wenn „Sozialraum“ und „Gemeinwesen“ Zauberformeln der Zukunft sind, wie gelingt die Kooperation in der Nachbarschaft konkret? Junge Erwachsene gelten als eine der schwierigsten Zielgruppen von Kirche insgesamt. Wer sind sie und wenn ja, wie viele? All dies sind wichtige Themen, die die Zukunft von Kirche insgesamt betreffen, und mit denen wir mit Menschen ins Gespräch kommen wollen. Schaut auf unserer neuen Website vorbei und: #godeeper 😉

In Ebbe und Flut – Weihnachten

Dock III Records hat eine neue meditative Folge der Reihe „In Ebbe und Flut“ produziert. Pünktlich zu Weihnachten gibt es diese Folge um das Monatslied „Weihnachten“ auf Youtube zum Anhören.

Konzeption: Annika Schiffner + Katharina Schunck
Komposition: Robin Zabel
Songtext: Stephanie Schwenkenbecher
Gebetstext: Emilia Handke
Klavier: Jan Simowitsch
Gesang: Sarina Lal
Sprecher*innen: Katharina Schunck und Simon Ulrich
Produktion und Mix: Jan Keßler
Cover-Artwork: Ulf Werner

In Ebbe und Flut
https://www.DockIIIRecords.de

„Habt nichts in euren Häusern, das nicht nützlich oder schön für euch ist!“ (William Morris)

Ich probiere es einmal aus: betrachte das, was mich umgibt, auf diese Weise. Es steckt ein kleiner, feiner „Schubs“ darin, doch einmal einiges auszumisten. Es hilft. Und das, was den Aufräumaktionen standhält und nicht eindeutig nützlich erscheint, das trägt nun das Prädikat: schön – für mich!

Das Bücherregal aufzuräumen, macht diese Weisheit allerdings nicht einfacher. Die meisten meiner Bücher finde ich schön und einige nützlich. Der „Plan für den Kindergottesdienst“ gehört für mich dazu! Nützlich ist er. Schön jetzt nicht unbedingt. Und weil dies so ist, steht nur der NEUE sichtbar in der ersten Reihe in meinem Bücherregal und die Pläne der Vorjahre in der zweiten. (Für´s Foto habe ich sie ins „Rampenlicht“ geholt. Sonst, wenn ich sie als Nachschlagewerk nutze, weiß ich ja, wo ich sie finde. )

Nun ist der NEUE da! Darf ich vorstellen:

Plan für den Kindergottesdienst 2021 bis 2023 – Leitfaden für Verantwortliche. Verwendbar als Planungsgrundlage, Nachschlagewerk, Material- und Ideensammlung für Gottesdienste mit Kindern.

Dieser Plan bietet für jeden Sonntag einen Bibeltext, aufgeschlossen in thematische Einheiten für wöchentliche und monatliche Kindergottesdienste. Er vermittelt theologische Einführungen, religionspädagogische Hinweise für unterschiedliche Altersgruppen, Grundlagen und Ideen zur liturgischen Gestaltung und Materialtipps.

Zu beziehen über die jeweiligen Landeskirchen. Bei uns gibt Birgit Lubitz den Plan aus den Händen – einzeln oder auch auf Sammelbestellungen, solange der Vorrat reicht!  

Mit dem Kauf erwirbt man einen Code zur zusätzlichen digitalen Ausgabe mit weiterem Material.

Ein neuer wunderbarer Service!

Ich denke, die Printausgabe wird für mich das Prädikat „nützlich“ behalten.

Ulrike Droste-Neuhaus

Aktion „Advent an der Bushaltestelle“

Mein Auto hat den Geist aufgegeben und seit langem stehe ich mal wieder an der Bushaltestelle und warte. Warten ist nicht meine Stärke.

Worauf wartest Du?

Ich warte oft:  auf die Email, das Wochenende, auf den Wecker, dass Gott mal mit mir redet. Ich warte auf das Grün an der Ampel und im Februar. Ich warte auf den Impfstoff, darauf, dass die sogenannten Querdenker aufhören, ihre Freiheit über die vieler anderer zu stellen, darauf, dass es für niemanden mehr Sinn macht, Amok zu laufen. Auf Sonnenschein warte ich und manchmal auch auf Regen.  An Silvester warte ich auf Mitternacht, weil es schön ist, zu glauben, dass im nächsten Jahr alles besser werden kann.

Auf den Bus warten in unseren Dörfern eigentlich nur noch die Kinder und die Alten. Dennoch ein Ort, den jeder kennt, an dem alle schon mal allein oder gemeinsam gewartet haben. Und dann kommt nicht der Bus sondern die Idee:

Der Advent naht. Und Advent hat ja bekanntlich mit Warten und Aufbrechen und Ankommen zu tun. Die Bushaltestelle vielleicht ein guter Ort, um mit und bei den Menschen in diesem Corona-Jahr Advent zu feiern?

So machen wir es jetzt. An jedem Montagnachmittag ziehen wir mit Kerzen, Laternen und Feuerschale, Noten und Lichterketten, Flöte und Gitarre zu den Bushaltestellen in den zwölf Dörfern unserer kleinen Kirchengemeinde und singen, reden, hoffen und warten gemeinsam dem weihnachtlichen Licht entgegen.

Mit einem Transparentstern – über 200 haben wir schon gefaltet – gehen alle wieder in ihre Häuser und nach und nach leuchten überall in den Fenstern Sterne. Für die einen ein Zeichen der Verbundenheit, für die anderen Hoffnungsboten des Lichts, dass die Welt verändert.

kinderkathedrale.blog

Es ist Raum in der Herberge

Es ist kein Raum in der Herberge – das ist für mich einer der traurigsten Sätze in der Weihnachtsgeschichte. Ein Kind kommt. Es ist im Bauch der Mutter gewachsen und nun bereit, das Licht der Welt zu erblicken. Ein kleiner Mensch. Ganz. Aber auf die Fürsorge der Welt angewiesen. Dieser kleine Mensch kann seine Bedürfnisse in die Welt rufen und hat noch einen anderen angeborenen Impuls: Sobald die kleinen Finger eine Hand ertasten, fassen sie zu.

Kinder verdienen nichts anderes als Liebe, Fürsorge und Verständnis. Sie haben nicht darum gebeten, geboren zu werden. Aber sie lassen sich darauf ein. Sie zeigen, was sie brauchen und sie fassen nach den Händen, die sie halten. Und sie geben das größte, was Menschen geben können: kompromisslose Liebe. In dem Zufassen der winzigen Finger, dem Geruch, der noch etwas von der Ewigkeit hat und irgendwann dem ersten zahnlosen Lächeln.

In der Kirche wollen wir den Menschen Halt geben und wir haben dafür Strukturen geschaffen. Gottesdienstabläufe. Gebäude, die Sicherheit geben. Mauern, die Geschichten erzählen und Generationen von Menschen einen Raum gegeben haben für ihre Sorgen, ihre Dankbarkeit und ihre Suche nach dem Sinn.

Aber in diesen Mauern ist bislang wenig Raum für kleine Menschen. Dort stehen nur große Bänke.

Das ändert sich gerade in der Simeonkirche in Hamburg Bramfeld. Dort stehen jetzt kleine Stühle und mittelgroße Stühle und dort liegen Teppiche für die Menschen, deren Rücken noch so zart sind, dass sie das eigene Gewicht noch nicht tragen können. Diese kleinen Menschen gehören auf die Arme ihrer Geschwister, Eltern und Großeltern. Und wenn sie mögen, liegen sie einen Augenblick auf dem Teppich in ihrer Kirche und betrachten mit noch nicht ganz klarem Blick die Decke weit über ihnen.

Die kleinen Stühle und Teppiche sind erst der Anfang. Die Menschen in der Simeonkirche wollen noch viel mehr für die Kinder in ihrer Gemeinschaft. Das Abenteuer Kinderkathedrale hat gerade erst angefangen… kinderkathedrale.blog

Hinterm Horizont geht´s weiter

So heißt der Song von Udo Lindenberg, der vor Jahren auf vielen Beerdigungen gewünscht und gespielt worden ist. Manchmal auch gesungen. Ein gutes Lied in alltäglicher Sprache und dennoch poetisch, bildreich und Assoziationen anregend. Ein gutes Lied.

Und wie heißen heute die Lieder, die diesen Platz ausfüllen? Welche Popkünstler*innen, welche aktuellen Liedkomponist*innen haben einen Beerdigungshit geschrieben?

Vielleicht Bushido feat. Karel Gott mit „Forever Young“ oder auch KC Rebel mit „Augenblick“ – oder sind sie eher zu direkt für diesen Moment. Dann wohl eher Sarah Connor mit „Das Leben ist schön“. Und vielleicht dazu als Gemeindelied das Monatslied „Du bettest die Toten“.

Geht mal eure Lieblingskünstler*innen durch und schaut, was sie geschrieben haben. Ich bin mir sicher, sie alle haben sich mit dem Thema „Tod“ beschäftigt und es in ihre Musik einfließen lassen. Vielleicht nicht mit der Absicht, auf kirchlichen Beerdigungen zu erklingen. Aber bei Trauerfeiern geht es nicht um die Absicht der Urheber*innen, sondern um die Wirkung der Musik, um Trost für die Menschen.

Gottesdienstwerft mit neuen Manövern

Seit fast vier Wochen sind wir mit gottesdienstkultur-nordkirche.de online. Jetzt starten gerade einige neue Manöver auf unserer Gottesdienst-Werft, viele digital aufgrund der aktuellen Corona-Zahlen: Ende Oktober gibt es einen Taufworkshop: „Komm an Bord! Taufe im säkularen Kontext“. Und Anfang November das Seminar „Digitale Verkündigung. On air Training mit Blick auf das besondere Weihnachtsfest in diesem Jahr“. Übrigens: Einige Plätze sind noch frei! Im ersten Modul am 5. November geht es in Lübeck um die Grundfragen zum „Digitalen Senden“, technische Tipps, Ressourcen-Fragen und auch um ein erstes Kamera-Training. In Modul zwei und drei am 6. und 7. November werden wir ein komplettes Stück konzipieren und produzieren. Und zwar mit Blick auf Weihnachten. Und ebenfalls am 7. November gibt es eine digitale Herbsttagung Kindergottesdienst – für Ehren- und Hauptamtliche, die Kirche mit Kindern gestalten. Das Manöver „Ewigkeit-Glaube-Yoga-Beats“ am Ewigkeitssonntag, 22. November, wiederum motiviert, mit einem Team in St. Georg (HH) auf die Suche nach Ewigkeitsmomenten zu gehen. (alle Infos und Anmeldungen über den button auf unserer homepage „Was wir bieten“/“Sie kommen zu uns“/Workshop digital Verkündigen). Also: kommen Sie an Bord! Ob wir digital, analog oder hybrid arbeiten, entscheiden wir je nach der aktuellen Situation!

Die Gottessprecherin

Eine Gemeindepädagogin erzählt: „Da war ein Kind, das wusste in einem Moment meinen Namen nicht mehr. Da hat es mich genannt: die Gottessprecherin.“ Die von Gott spricht. Die im Namen Gottes spricht. Die spricht, und dann ist Gott da.

Die Gemeindepädagogin erzählt den Kindern von St. Martin und vom Nikolaus. Sie singt und kennt Gebete. Sie hört gut zu und fragt die Kinder, wie es für sie ist, wenn Gott da ist. So einfach kann das sein, auch für Erwachsene. Das genügt: dass Gott da ist im Reden und Hören, in der Musik und in den Liedern. Und in dem Gesicht eines Menschen, der selber von Gott angerührt ist.

Unsere Gottesdienste brauchen viel weniger Worte. Dafür solche, die Gott mitbringen. Es müssen nicht immer Pastoren sein, die das tun. Es braucht Gottessprecherinnen und Gottessängerinnen, Gottesschweigerinnen und Gotteszeigerinnen.

Zunehmend bekommen Gemeindepädagoginnen und Diakone den Auftrag, Gottesdienst zu feiern und zu predigen. Dazu gibt es im kommenden Jahr auch eine Fortbildung, bezahlt vom Kirchenamt.

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