Prädikantenarbeit

Kleine Brötchen backen

Viele Konditoreien und Cafés haben zur Zeit geschlossen. Zum Glück sind die Bäckereien geöffnet. Ich bin froh, dass Lebensmittelgeschäfte nicht schließen – aus Angst, man könnte sich bei ihnen in der Warteschlange anstecken. Ebenso Tankstellen und Apotheken.

Die Kirchengemeinden müssen sich entscheiden, ob sie Konditoreien sein wollen oder Backshops. Auf Sahnetorte kann man verzichten – auf Brot nicht. Sind Gottesdienste Luxus oder geistliche Grundversorgung?

Wenn in dieser Phase der Pandemie die Gottesdienste erlaubt sind, dann vermutlich, weil man eine bestimmte Erwartung an sie hat. Dass sie nämlich etwas beitragen können, diese Zeit gut durchzustehen. Dass sie Menschen in der Seele ernähren können. Und dass man nicht leichtfertig darauf verzichten kann.

Wer Angst hat, der kann nicht wirklich Gottesdienste feiern. Wer sie als Sahnehäubchen versteht, kann auf sie verzichten. Der Gemeindedienst unterstützt Prädikantinnen und Prädikanten, die spirituelles Schwarzbrot backen wollen – gerade auch in schweren Zeiten.

Andreas Wandtke-Grohmann

Die Gottessprecherin

Eine Gemeindepädagogin erzählt: „Da war ein Kind, das wusste in einem Moment meinen Namen nicht mehr. Da hat es mich genannt: die Gottessprecherin.“ Die von Gott spricht. Die im Namen Gottes spricht. Die spricht, und dann ist Gott da.

Die Gemeindepädagogin erzählt den Kindern von St. Martin und vom Nikolaus. Sie singt und kennt Gebete. Sie hört gut zu und fragt die Kinder, wie es für sie ist, wenn Gott da ist. So einfach kann das sein, auch für Erwachsene. Das genügt: dass Gott da ist im Reden und Hören, in der Musik und in den Liedern. Und in dem Gesicht eines Menschen, der selber von Gott angerührt ist.

Unsere Gottesdienste brauchen viel weniger Worte. Dafür solche, die Gott mitbringen. Es müssen nicht immer Pastoren sein, die das tun. Es braucht Gottessprecherinnen und Gottessängerinnen, Gottesschweigerinnen und Gotteszeigerinnen.

Zunehmend bekommen Gemeindepädagoginnen und Diakone den Auftrag, Gottesdienst zu feiern und zu predigen. Dazu gibt es im kommenden Jahr auch eine Fortbildung, bezahlt vom Kirchenamt.

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